Laubendorf
(bis 1952 hieß der Ort auf tschechisch Limberk, heute Pomezí).

Die Gemeinde Laubendorf (siehe Die Orte westlich und südlich von Zwittau) gehörte 1930 zum Bezirk und Gerichtsbezirk Politschka, Ostböhmen und hatte 1879 Einwohner, davon waren 1765 Deutschböhmen. Die Gemeinde war angeschlossen an die Eisenbahnlinie Zwittau — Skutsch.
1939 - 1945 zum gehörte Laubendorf zum Landkreis Zwittau.
Einen guten Überblick über Laubendorf bietet auch die Seite: www.prull-laubendorf.de

Postkarte Laubendorf

Laubendorf wird bereits in der Politschkaer Gründungsurkunde im Jahre 1265 genannt.
Es verdankt seine Entstehung jenem Konrad von Löwendorf, der die Stadt Politschka anlegte.
Die Pfarre erscheint unter dem Namen Laubendorf oder Lewendorf 1349 und 1350.
Später scheint die Pfarre eingegangen zu sein, denn im Jahre 1677 wird sie als Filiale nach Brüsau bezeichnet. Die jetzige ansehnliche Pfarrkirche wurde im Jahre 1727 vom Grafen Hannibal von Hohenems erbaut. Im Zwittauer Stadtbuch erscheint im Jahre 1525 Veit Richter von Laubendorf, 1550 Adam Künzel von Laubendorf. Bei der Teilung der Swojanower Herrschaft im Jahre 1557 wurde ein Anteil nach Laubendorf genannt. Ältere Nachrichten wissen von einem hier bestandenen Schlößel zum erzählen, auf dessen Grundmauern später ein Schüttboden errichtet wurde. Der Ursprung dieses Schlößels fällt jedoch in eine neuere Zeit und dürfte dasselbe auf Zdislaw Abdon Bezdruzcki von Kollowrat, einem verarmten Bruder des Bistrauer Grundherrn, zurückzuführen sein, der um das Jahr 1578 hier seinen Wohnsitz hatte.

Laubendorf, Lemberg, Limberg, ein von Bistrau 1 Meile; und von Policžka 1 Stunde ostwärts entlegenes deutsches Dorf mit einem Schlößchen welches nun größtentheils in einen Schüttboden verwandelt ist, mit einem Meyerhofe, und einer Pfarrkirche unter dem Namen des heil. Georg M., die 1727 auf die Veranstaltung des Graf. Jak. Hanibal v. Hohen-Ems mit eigenem Pfarrer versehen wurde. Eine halbe Stunde von dannen ist 1745 bey dem so genannten Wald- oder Goldbrünnel ein Bad nebst einem schönen Gasthause, und 1747 eine Marienkapelle dabey angelegt worden.
Laubendorf gehörte 1789 zur Fideikommißherrschaft Bistra (Bistrau), diese zum Chrudimer Kreis im Königreich Böhmen gehörig
.
(Quelle: Jaroslaus Schaller, Topographie des Königreichs Böhmen, Eilfter Theil, Chrudimer Kreis, Prag und Wien in der von Schönfeldschen Handlung 1789).

Literatur:

Schicksal einer Sudetendeutschen Bauerngemeinde
Laubendorf – Geschichte und Chronik, Verfasst von W. Koblischke, Oberlehrer a. D.
Mitarbeit: Studien-Direktorin Erna Weninger, geb. Bittner; Hans Czeschka; Heinrich Doleschal; Herta Kretschmer, geb. Doleschal; Heinrich Neudert; Hans Prull.
Computer-Nachdruck der 2. erweiterten Auflage 1979. Herausgegeben vom Arbeitskreis Laubendorf.
Der Veröffentlichung als PDF-Datei hat der Arbeitskreis Laubendorf zugestimmt.

Kirchenbücher (Matriken) Stand 1930:
Gemeinde: Laubendorf, Bezirk: Politschka, Land: Böhmen
Pfarrei: Laubendorf, Dekanat bzw. Vikariat: Politschka, Diözese: Königgrätz, Patronat: Landwirtschaftsministerium
Geburts.- Tauf und Sterbematriken ab 1735, davor Pfarrei Bistrau (Bystrá, Bysiré)
Eingepfarrt sind die Ortschaften: Die Hälfte von Goldbrunn (das sogenannte "Alte Waldl") ab 1778, Riegersdorf seit 1727.
Eingepfarrt waren die Ortschaften: Dittersbach bis 1864.
Das Archiv enthält: Gedenkbuch, Chronik (1733)
(Quelle 8).
Die Matriken für den Ort befinden sich heute im Staatlichen Gebietsarchiv in Zámrsk.

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