Die Marktgemeinde Vierzighuben (Čtyřicet Lánů) (siehe Gerichtsbezirk Zwittau,1935 und Die Orte westlich und südlich von Zwittau) gehörte im Jahre 1930 zum Bezirk Mährisch Trübau, Mittelmähren und Gerichtsbezirk Zwittau und hatte 2728 Einwohner, davon waren 2539 Deutschmährer. Sie war angeschlossen an die Eisenbahnlinie Prag — Brünn.

Kirchenbücher (Matriken) Stand 1930:
siehe Zwittau

Gruß aus Vierzighuben bei Zwittau


Die Klosterkirche von Vierzighuben (St. Josefs Kirche)
der P.P. Redemtoristen in Zwittau (Mähren)

Am 5. März 1894 wurde zum Bau der St. Josefs Kirche in Zwittau (Vierzighuben) vom Heiligen Vater Leo XIII. der apostolische Segen erteilt. Der Oberhirte der Diözese Olmütz, Herr Fürstbischof Theodor, erteilte am 29. März 1894 seinen Segen allen Wohltätern und Gönnern dieses Kirchbaus.


Gruß aus Vierzighuben bei Zwittau


Redemptoristen-Kloster Vierzighuben bei Zwittau
Postkarte vom 6. Juli 1899,
Verlag Warenhaus Franz Rippl Jun., Zwittau

 

Kapelle in Vierzighuben

 

Vierzighuben, Erhebung zur Marktgemeinde

Ausgabe der Zwittauer Nachrichten
vom 23. Mai 1914, XV.Jahrgang Nr. 21, Seite 4
Rubrik: „Nah und Fern“

Vierzighuben. (Erhebung zur Marktgemeinde.) Unsere Gemeinde erhielt dieser Tage vom k.k. Ministerium des Innern eine Zuschrift, in welcher ihr mitgeteilt wird, daß Seine Majestät der Kaiser unsere Dorfgemeinde zur Marktgemeinde erhoben hat. Aus diesem Anlasse fand am Donnerstag den 21. Mai um 10 Uhr vormittags eine Festsitzung der Gemeindevertretung, in welcher der nunmehrige Bürgermeister Herr Franz Haupt das betreffende Schriftstück zur Verlesung brachte, welches folgenden Wortlaut hat:

     „Seine k.u.k. Apostolische Majestät haben Allerhöchster Entschließung vom 16. April 1914 die Ortschaft Vierzighuben zum Markte allergnädigst zu erheben geruht. Zu Folge Erlasses des k.k. Ministeriums des Innern vom 30. April 1914 Zl. 7208 wird hievon die Gemeindevertretung in Vierzighuben mit dem Beifügen verständigt, daß es derselben freigestellt bleibt, behufs Beurkundung dieses Allerhöchsten Gnadenaktes um die Ausfertigung eines Allerhöchsten Diplomes über die Erhebung der Ortschaft Vierzighuben zum Markte, einzuschreiten. Im Falle der Markt Vierzighuben auch die Bewilligung zur Führung eines Wappens zu Erhalten wünscht, wäre dem Einschreiten der heraldischen und in Farben ausgeführte Entwurf des betreffenden Wappen nebst Beschreibung desselben beizuschließen.

        Es wurde beschlossen, dieses denkwürdige Ereignis feierlich zu begehen und zwar soll dies noch am heutigen Tage geschehen. Die Bevölkerung wurde hiervon sofort in Kenntnis gesetzt, und als die Dunkelheit hereinbrach, verherrlichte eine prächtige Illumination, die in der Geschichte der Gemeinde einzig dastehende Begebenheit. Die Fenster sämtlicher Häuser im Orte glänzten im Lichterscheine. Beim Feuerwehrdepot nahm ein impossanter Festzug mit einer Musikkapelle und der Freiw. Feuerwehr an der Spitze und hunderten von Lampionträgern im Gefolge, Aufstellung, der sich durch ein nach Tausenden zählendes Zuschauerspalier zur Gemeindekanzlei bewegte. Herr Bürgermeister Haupt hielt eine kurze Ansprache an die massenhaft erschienen Ortsbewohner, in welcher er von der erfolgten Erhebung der Gemeinde Mitteilung machte und zum Schlusse ein Hoch auf seine Majestät ausbrachte, in welches die Menge begeistert einstimmte, worauf die Musikkapelle das Kaiserlied spielte. Sodann setzte sich der Festzug abermals in Bewegung, zog durch das Dorf bis zur Schule und zurück zum Gasthause des Herrn Braulik, wo die Auflösung erfolgte. Wir beglückwünschen die Gemeinde Vierzig-huben zu dieser kaiserlichen Ehrung und wünschen ihr ein ferneres Blühen und gedeihen. Heil!

 

 

 

 

Mühle in Vierzighuben

Postkarte von Vierzighuben aus dem Jahre 1938. (Foto A. Mather, Zwittau)

(zurück zur Ortsliste - Vierzighuben)


zur Startseite
 

Counter